Marktrichterverein

2016

Eigentlich wäre ja heuer im Rahmen des Zwei-Jahre-Rhythmus wieder ein "Marktrichter-Jahr" gewesen. Also ein Jahr, in dem die "Marktrichtertage" mit Gerichtsverhandlungen, buntem Spiel und Rückkehr der Stadt anno 1775 hätten sein sollen. Aber weil offenbar zu wenig Interesse bei den Mitgliedern, auch wenig Akzeptanz bei der Bevölkerung festzustellen war, weil die Vorstandschaft auch etwas amtsmüde erschien und für anstehende Neuwahlen partout keine Vorstandschaft gefunden werden konnte, rauchte vielmehr der Kopf, wie es denn weitergehen sollte. Nun, als schon Vieles auf Stilllegung oder gar Auflösung deutete, wirft Martina Madl ihren Hut in den Ring: Sie will das Vorstandsamt übernehmen, "damit es weitergeht!"

 

Schon im Winter war man bei der Mitgliederversammlung beieinandergesessen. Vorstandschaft konnte keine gefunden werden. Man ging ergebnislos auseinander. Weitersuchen, jemand überzeugen, wieder zusammensetzen – das war das Ziel. Nun saß man wieder beisammen. Im Gasthaus Saiko. Rund 20 der 90 Mitglieder. Aber neue Kandidaten für einen Vorstandsposten waren dennoch nicht zu sehen. Im Gegenteil: Der kommissarisch weiter den Verein führende Vorsitzende Andreas Pietzsch und sein Stellvertreter Max Hohenwarter (der im Spiel auch den Herrn Marktrichter mimt) hatten sogar schon einen Vorschlag vorbereitet, der den Mitgliedern präsentiert wurde. Darin heißt es unter anderem: Bedingt durch das Desinteresse der Mehrzahl der Mitglieder an der Durchführung des Festes, auch aufgrund des Verlustes der Eigenständigkeit durch das Wegfallen der Hilfestellung der Stadt solle beschlossen werden, die Aktivitäten des Vereins bis auf weiteres still zu legen, das Vermögen unangetastet zu lassen (Kostümfundus und Bankguthaben) und im Falle eines Falles bei einem Finden eines glaubhaften Interessentenkreises die Wiederaufnahme der Spiele in Angriff zu nehmen. Die kommissarischen Vorstände würden bis dahin im Amt bleiben. Finde sich niemand, werde der Verein endgültig aufgelöst.

Der 1. und 2. Bürgermeister, Heinz Pollak und Max Ertl, waren da, auch Ehrenbürger Heinrich Schmidhuber, ein Urgestein des Vereins, der selbst viele Jahre die Gestalt des Richters verkörpert hatte. Oder auch Josef Haller, dem es ein Bedürfnis war, mal an die Entstehung des Vereins zu erinnern. Da seien die Aktivitäten des Werberinges 1974/75 gewesen, die Attraktivität der Innenstadt (damals noch mit Durchgangsverkehr, nicht verkehrsberuhigt) zu steigern. Da seien die "Fußgängerzonen" erfunden worden, Veranstaltungen mit Markttreiben, Ständen, Musik. Die seien gut gelaufen, man habe nach weiteren Themen gesucht. 1978 sei die "Dreschersuppn" geboren und später von Hans Biser und seinen Leuten ausgebaut worden. 1979 habe man erstmals die Historie Waldkirchens gespielt – mit dem Marktrichtertag. Was unter dem damaligen WR-Vorsitzenden Hans Hansl aufgebaut worden sei, sei mit der Gründung des Vereins 1984 verstärkt worden. Er erinnerte an die Arbeit von den Ehrenamtlichen damals, Heinrich Schmidhuber und viele mehr. Auch er, Haller, habe da gerne mitgemacht. Man sei beseelt gewesen vom Gedanken, immer besser zu werden. Aus einem Fest seien Festspiele geworden, mit Umzug, Verhandlungen, viel Atmosphäre, "was auch immer wieder überregionale Medien, das Fernsehen, angezogen und tolle Imagepflege und Werbung für Waldkirchen gebracht hat!" Dann sei das Interesse gerade der Waldkirchner abgeschwächt und heute interessierten sich die Einheimischen kaum mehr, was ihn, Haller, sehr störe – "weil demgegenüber von außen, die Gäste, die Touristen, die Medien nach wie vor hocherfreut sind vom Marktrichterspiel". Deshalb hofft er, das Interesse in den Waldkirchnern wieder wachzurütteln, den Fundus zu erhalten, dem Verein neues Leben einzuflößen und eine Auflösung abwenden zu können.

Bürgermeister Heinz Pollak sieht Aufrufe der Stadt leider verpuffen; die Kommune würde – und das sagte er aufgrund von Irritationen in dieser Richtung klipp und klar – einen Weiterbestand der "Tage" mit Freude sehen und auch weiter Hilfestellung geben.

"Nicht stilllegen, schon gar nicht auflösen" – das war die Grundeinstellung vieler weiterer Wortmeldungen. Werner Eigenschenk brachte es aber auf den Punkt: "Formaljuristisch muss gewählt werden!"

Und nach gut eineinhalb Stunden Debatte brachte eine weitere, fast schüchterne Wortmeldung von Martina Madl ein großes Aufatmen. Sie will dem allen vorbeugen, will sich aktiv einsetzen, hofft auf viel Hilfe und eine sie unterstützende Vorstandstruppe, "dann werde ich für den Vorsitz kandidieren!"

Eine Überraschung "kurz vor Torschluss". denn es "roch" schon gewaltig nach Stilllegung/Auflösung.

Nun gilt es, einen Termin für die Neuwahlen vorzubereiten. Und noch viel mehr muss die mutige Martina Madl Signale von Gleichgesinnten erhalten für einen Neuanfang.  PNP vom 8.8.

Rund einhundert Mitglieder umfasst der 1993 gegründete Marktrichterverein noch, der es sich einst zur Aufgabe gemacht hat, Waldkirchens Geschichte und Vergangenheit wieder lebendig zu machen. Ehrenbürger Heinrich Schmidhuber war am 5. Juli 1979 erster Marktrichter des unter seiner Regie gegründeten Historienspiels. Seither waren die weit über die Stadtmauern hinaus bekannten Waldkirchner Marktrichtertage ein fester Bestandteil im jährlichen Veranstaltungskalender der Stadt. Mittlerweile findet das Marktrichterfest, zuletzt 2014, nur mehr im zweijährigen Rhythmus statt – und nun scheint es echte Probleme zu geben . . .

Stellte sich in der zurückliegenden Jahreshauptversammlung bereits die Frage, ob das Marktrichterfest noch zeitgemäß ist, so prognostizierte 1. Vorsitzender Andreas Pietzsch in seinem weiteren Ausblick, dass die Veranstaltung wohl ihre besten Jahre hinter sich gebracht habe. Grund für diese Annahme seien die mangelnde Publikumswirksamkeit und die geringe Beachtung, die zuletzt den Marktrichtertagen 2014, auch von der einheimischen Bevölkerung, entgegengebracht worden war: "Viel Arbeit, wenig Unterstützung, kein Erfolg", so der Vorsitzende. Bürgermeister Heinz Pollak schlug vor, das anstehende Marktrichterfest in das Bürgerfestival zu integrieren und so das vorhandene Zuschauerpotential auch für das Historienspektakel zu nutzen.   pnp vom 03.03.16

2014

Er hat mal wieder "den Markt visitiert, um der allgemeinen Gerechtigkeit durch eifriges Investigieren und Judicieren eine Bahn zu schaffen". Die Rede ist vom Herrn Marktrichter, der dominierenden Figur in der Waldkirchner Ortsgeschichte, dem seit 1975 mit den "Marktrichtertagen" ein Denkmal gesetzt worden ist. Der gleichnamige Verein hat es auch heuer wieder geschafft, anno 1770 im Stadtkern einziehen zu lassen und mit einem kunterbunten Programm rund um vergnügliche Gerichtsverhandlungen das große Publikum zu unterhalten.

 

Wenn sich sogar der erst wenige Monate im Amt befindliche neue Waldkirchner Bürgermeister Heinz Pollak freut, schon wieder entmachtet zu werden und die Amtsgeschäfte einem anderen übergeben zu müssen, da muss dann schon etwas Außergewöhnliches im Gange sein. Und das Außergewöhnliche hat einen Namen: Marktrichter Franz Ignaz Plindendorfer. Der damalige Markt Waldkirchen hatte ob seiner Bedeutung im Bistum Passau eigens einen Richter vom Fürstbischof eingesetzt bekommen. Plindendorfer hatte von 1769 bis 1772 Recht gesprochen. In seine Zeit fällt das Spiel, das alle zwei Jahre aufgeführt wird. Und da hat sich dann gerne auch Bürgermeister Pollak "entmachten" lassen – noch dazu, wo er dann für eben dieses Wochenende unter der besonderen Obhut des Richters und seiner Bürgerwehr gestanden hat.

Er hatte zwei Tage lang das Sagen: Marktrichter Franz Plindendorfer alias Max Hohenwarter.
 

Er hatte zwei Tage lang das Sagen: Marktrichter Franz Plindendorfer alias Max Hohenwarter.

Er hatte zwei Tage lang das Sagen: Marktrichter Franz Plindendorfer alias Max Hohenwarter.

 

Schauen wir hinein in das Spiel. Landrat Sebastian Gruber, die Bundestagsabgeordneten Rita Hagl-Kehl und Barthl Kalb, die Nachbarbürgermeister Helmut Knaus (Philippsreut), Margot Fenzl (Haidmühle), Josef Gustmiedl (Röhrnbach) sind da, als der Herr Marktrichter am Samstag erscheint. Als Heinz Pollak die Amtsgeschäfte übergibt. Als er auf der Bühne das große Engagement des Marktrichtervereins für die Hochhaltung geschichtlicher Tradition würdigt und das Historienspiel als nicht mehr wegzudenkendes Großereignis im reichen Veranstaltungskalender der Stadt bezeichnet.

Zur Linderung seines Durstes bekam Fürstbischof Firman (Andreas Tausch, l.) von Dekan Antonius Loraghi (Siegfred Luff, r.) einen Krug Waldkirchner Bier.
 

Zur Linderung seines Durstes bekam Fürstbischof Firman (Andreas Tausch, l.) von Dekan Antonius Loraghi (Siegfred Luff, r.) einen Krug Waldkirchner Bier.

Zur Linderung seines Durstes bekam Fürstbischof Firman (Andreas Tausch, l.) von Dekan Antonius Loraghi (Siegfred Luff, r.) einen Krug Waldkirchner Bier.

 

Vorsitzender Andreas Pietzsch freut sich "mit der Spielerschaft auf der Bühne und all den anderen sichtbaren und unsichtbaren Helfern darum herum, nach akribischer Vorarbeit ein großes Publikum unterhalten zu können". Er machte Appetit auf das Spiel und erklärte, dass man sich einen neuen Fürstbischof geleistet habe ("was Rom und Passau können, kann auch Waldkirchen"), dass auch Dekan Loraghi neu besetzt sei (den Vorgängern Max Götz und Franz Ilg dankte er für ihr jahrelanges Mitspiel). Er kündigte "kleine zerlumpte Kerle" an (in die Bettlerkostüme waren Kinder von der Waldkirchner Mittelschule um Hausmeister Thomas Karl geschlüpft), er sprach von den neu eingekleideten Fahnenschwingerinnen als Augenweide, dankte "Hausschneiderin" Helga Wurm für ihre Arbeit, Bürgermeister Pollak, der Stadt, Bauhof, Bürgerwehr, Stadtpfarrer Pöppel (für die Benutzung des Pfarrhofes als Gerichtssaaal), die verständnisvollen Anwohner am Marktplatz, "Generalsekretär" Michi Hobelsberger und den vielen anderen im und um den Verein, den Mitwirkenden, den Gastgruppen für ihr Engagement.

"Bettler" Thomas Karl bekam Geld vom ehemaligen stellvertretenden Landrat Helmut Behringer und MdB Rita Hagl-Kehl.
 

"Bettler" Thomas Karl bekam Geld vom ehemaligen stellvertretenden Landrat Helmut Behringer und MdB Rita Hagl-Kehl.

"Bettler" Thomas Karl bekam Geld vom ehemaligen stellvertretenden Landrat Helmut Behringer und MdB Rita Hagl-Kehl.

 

Danach hatte der Marktrichter das Sagen. Weil sich sein "Chef", der Fürstbischof, angekündigt hatte, wurde zunächst der "hohe Herr Herr" aus Passau begrüßt. Dekan Loraghi (Siegfried Luff) ging in die Knie, begrüßte überschwänglich Fürstbischof Firmian (Andreas Tausch) und nachdem der Fürstbischof mit einem kräftigen Zug an mundendem Waldkirchner Bier seinen Durst gestillt hatte, lobte er Loraghi, seine braven Waldkirchner in seinem treuen Markte – meinte aber auch, dass dann und wann auch sein Richter eingreifen müsse, um die Dinge im Lot zu halten. Und das tat der dann auch . . .

Prost auf den Marktrichter: Unter die muntere Darstellergruppe hatten sich auch Landrat Sebastian Gruber und MdB Barthl Kalb (3. u. 4. v. l.) gemischt.
 

Prost auf den Marktrichter: Unter die muntere Darstellergruppe hatten sich auch Landrat Sebastian Gruber und MdB Barthl Kalb (3. u. 4. v. l.) gemischt.

Prost auf den Marktrichter: Unter die muntere Darstellergruppe hatten sich auch Landrat Sebastian Gruber und MdB Barthl Kalb (3. u. 4. v. l.) gemischt.

 

Zuvor freilich tanzten die Kinder des Kindergartens St. Petrus fleißig dem Gast auf und dann entfleuchte er unter Geleit von Bürgerwehr, Fahnenschwingerinnen, Reiterbegleitung in seiner Kutsche von Paul Mösl gen Fasangarten, seinem Jagdrevier.

Marktschreier Michael Anderle hatte oft die Glocke zu schwingen, um Gehör zu bekommen für die Ankündigung von Aufführungen und Verhandlungen. Er kündigte unter anderem im "Wirtsgarten" am Marktplatz die Musiker Hans Maier, Stadtkapelle Waldkirchen, Simon Haidn und später eine große Gruppe von Musiklehrer Christian Vordermaier an, dazu die Dudelsackmusik aus dem tschechischen Ledce nahe Pilsen, die Bahnhäuslmusik, die Wanznpress, die Knopftastenblosmusi, die Blaskapelle Karlsbach . . . Er führte durch das Marktleben, kündigte Bürgerwehr-Appell mit Hautpmann Christoph Knothe-Keiling, Fahnenschwingerauftritte, Tänze (wie von der Kindergruppe der Grenzlerbuam Ratzing), die Märchenerzählerinnen, den großen Festzug, den Auftritt der Kinderschauspielgruppe um Reinhlde Schreiber und anderes mehr an. Da schauten dann auch MdL Alexander Muthmann, Jandelsbrunns Bürgermeister Roland Freund, der ehemalige Richter Heinrich Schmidhuber bzw. Fürstbischof Franz Ilg zu.

Tanzten schneidig auf: Die St. Petrus-Kindergartenkinder und ihre "Fräuleins".
 

Tanzten schneidig auf: Die St. Petrus-Kindergartenkinder und ihre "Fräuleins".

Tanzten schneidig auf: Die St. Petrus-Kindergartenkinder und ihre "Fräuleins".

 

Besonders aber animierte er, dem hohen Gericht bei den Verhandlungen beizuwohnen. Die fanden im nahen Pfarrhof statt, ein einmaliges Ambiente, akustisch fantastisch, in sich abgeschlossen – ein Gerichtssaal im Freien! Gerne schlossen sich den Zügen zu den vier Verhandungen immer viele Zuhörer an – wer’s lieber gemütlich und zünftig bei Speis und Trank wollte, der konnte bei den Waldkirchner Gastronomen bzw. Marktrichtervereinswirtin Rita Benkert und ihrem Team im Stadtkern sitzen bleiben. Sie waren stets gut versorgt und unterhalten. pnp 07.07.2014


 

Vorstand, Stückeschreiber, Spielleiter Andreas Pietzsch (l.) ehrte den langjährigen "Fürstbischof" Franz Ilg bei der Nachlese im Restaurant Am See. − F.: Schreiber
 

Vorstand, Stückeschreiber, Spielleiter Andreas Pietzsch (l.) ehrte den langjährigen "Fürstbischof" Franz Ilg bei der Nachlese im Restaurant Am See. − F.: Schreiber

Vorstand, Stückeschreiber, Spielleiter Andreas Pietzsch (l.) ehrte den langjährigen "Fürstbischof" Franz Ilg bei der Nachlese im Restaurant Am See. − F.: Schreiber

 

Waldkirchen. Die Marktrichtertage 2014 sind bei Traumwetter gut gelaufen. Für alle aktiv Mitwirkenden gab es daher als Dank eine Brotzeit im Restaurant am See in Erlauzwiesel. Die Vorstände Andreas Pietzsch und Max Hohenwarter hatten dazu geladen. In diesem Rahmen wurde Franz Ilg geehrt und zudem traditionelle Marktrichterfest-Nachlese gehalten.

 

Seit 1979 finden schon die weitum beliebten historischen Marktrichtertage statt. Das Fest mit seinem Geschehen erinnert an die Zeit, als der Markt dem Fürstbistum und somit dem Fürstbischof zu Passau unterstellt war. Der Fürstbischof war daher im Jahre 1770 "Chef" vom hohen Herrn Marktrichter Franz Ignatz Plindendorfer zu Waldkirchen (gespielt von Max Hohenwarter). Jahrzehntelang und dabei grandios wurde der Fürstbischof Firmian von Franz Ilg verkörpert. Franz Ilg hatte die Rolle von "Kardinal und Bischof zu Passau und Fürst des Heiligen Römischen Reiches Leopold Ernst Graf von Firmian" inne. "Lieber Franz – Fürstbischof Firmian warst Du gefühlte 50 Jahre!" Andreas Pietzsch dankte einem Urgestein, "der immer als Stütze mit dabei war". Doch heuer haben beim Franzl "die Füße" nicht mehr so mitgemacht, und er gab den Stab an Andreas Tausch, einen Jüngeren, weiter. Für seine Treue wurde nun Franz Ilg mit einem kleinen Geschenk bedacht. Von den anwesenden Vereinsmitgliedern wurde er mit gebührendem Applaus bedacht. "I’ bleib Euch als Bischof emeritus treu", war Franz Ilgs Antwort darauf.

Schmutzige Wäsche gab es nur beim Historienspiel zu waschen; bei der Nachlese dagegen wurde an einem Strick gezogen, um die gelungenen "Tage" künftig noch weiter zu entwickeln.
 

Schmutzige Wäsche gab es nur beim Historienspiel zu waschen; bei der Nachlese dagegen wurde an einem Strick gezogen, um die gelungenen "Tage" künftig noch weiter zu entwickeln.

Schmutzige Wäsche gab es nur beim Historienspiel zu waschen; bei der Nachlese dagegen wurde an einem Strick gezogen, um die gelungenen "Tage" künftig noch weiter zu entwickeln.

 

Die Ehrung war dann auch Überleitung zum neu installierten Fürstbischof Andreas Tausch und zu Siegfried Luff, der die Figur des Dekans anno 1770, nämlich Johann Anton Loraghi, von Max Götz übernahm. Tausch und Luff haben ihre neuen Aufgaben mit Bravour bewältigt.

Der Pfarrinnenhof zeige sich mittlerweile als hervorragender und bewährter Spielort, hieß es. Dort könnten sich Schauspieler wie Zuschauer den Aufführungen voller Leidenschaft hingeben und alles bestens verfolgen. Für die Nutzung ging ein Dank an Stadtpfarrer Bruno Pöppel. Neben den "alten Schauspielhasen" bewiesen sich gerade auch alle neuen Schauspielkollegen mit "Pfiff", und haben gut eingeschlagen, wie auch der erst etwas nervöse, dann abgefahrene Totengräber, freute sich Andreas Pietzsch als Spielleiter und Stückeschreiber. "Alle agierten großartig – vom gemeinsamen Kindsvater und der Wunderheilerin bis hin zu den Waschweibern mit ihrem losen Mundwerk. Dank ging auch an Aktuar Dieter Schreiber, der neben seiner Rolle immer ein Auge fürs "Drumherum" habe.

Textsicher und äußerst positiv überrascht habe die Jugend, die an beiden Tagen bei den vier großen Gerichtsverhandlungen im Pfarrhof mitwirkte. Glänzend auch die Jugendmarktrichterschauspielkinder mit ihrer Inszenierung "Von Kirchenmäusen bis zum Gschiß" auf der Marktplatzbühne.

Nachlese heißt auch reflektieren: Was war gut, passte alles, was fehlte, was könnte man besser machen oder wo drückt der Schuh? Hier gab es rege Diskussion.

Man brauche einen Kümmerer für Gäste und Gastgruppen. Da die Gerichtsverhandlungen nicht mehr wie all die Jahre zuvor auf dem Marktplatz stattfinden, müsse der Marktplatz unbedingt mehr "bearbeitet" werden. Soll heißen, es muss sich auf und um die Bühne mehr bewegen. Einig war man sich, dass die Verhandlungen im Pfarrhof unbedingt beibehalten werden sollen, doch die Bühne auf dem Marktplatz sei wichtig – "hier muss mehr Leben rein."

Der Schuh drückte bei der Besucherzahl. Man konnte insgesamt zufrieden sein, doch der Samstag habe ausgelassen. Analytisch gesehen waren rundherum große Feste und Feierlichkeiten, was Gäste weggezogen habe. Auch sei Anfang Juli als Termin nicht optimal, sind sich viele der anwesenden Mitglieder sicher. Denn es sei heiße Phase im Schulgeschehen mit Proben und Prüfungen. Zudem würden zu dieser Zeit die Urlauber fast gänzlich fehlen.

Auch wurde eine Zusammenarbeit mit anderen Vereinen ins Gespräch gebracht. Ebenso die Frage, ob man das Fest nicht dicht komprimiert an einem Tag durchführen solle.

Bürgermeister Heinz Pollak machte in seinem Kostüm eine sehr gute Figur. Er steht, wie auch sein Vorgänger Josef Höppler, "vollauf hinter dem Fest"! Da das Historienspiel Aushängeschild der Stadt sei, ging ein Appell an die Stadträte und -rätinnen, sich vermehrt im Kostüm und am Fest zu beteiligen.

Hier einige Kernaussagen zu weiteren Mitwirkenden. Nicht wegzudenken sind die Kindergartenkinder mit ihrem Tanz zu Ehren des Fürstbischofs. Dieser Kontakt müsse weiter gepflegt werden. Ebenso ist geplant, Schulen vermehrt anzusprechen. Die Bettlergruppe kam gut an. Hauptmann Christoph Knothe und seine Bürgerwehrsmannen mit Lagerleben und Fahnenschwingerinnen mit Sigrid Stadler sind Blickfang und bereichern mit Aufführungen stets das Fest. Die Musik war an beiden Tagen gut aufgestellt. Bei Kostümfundusfachfrau Annemarie Klose lief alles gut. Rita Benkert sorgte mit Helferinnen in bewährter Manier für Bewirtung. Dank ging an alle Kuchenspenderinnen. Marktrichter-Geschäftsführer Michael Hobelsberger, zugleich Tourismus-Chef, ist Bindeglied von Stadt und Verein. Er erledigt viele organisatorische Details von Werbung bis hin zur Festzugaufstellung. Sigi Klose moderierte in bewährter Art Fest und Festzug. Ebenso habe sich der Marktschreier gut bewährt. Blickfang waren neben eigenen Kostümträgern zudem Gastgruppen wie der "Historische Verein in der FreYung" und "Historischer Verein Röhrnbach". Das Seniorenheim St. Gisela bereicherte mit einem Stand "selbst eingemachter Köstlichkeiten". Die Märchenerzählerinnen waren in der Schmiedgasse zu weit weg vom Geschehen. Mit Paul Mösls Kutschen und den Reitern klappte alles prima. Gut angenommen wurde das Nachtmahl mit Spanferkel für alle Beteiligten.

Abschließender Appell an alle war die Bitte, die Marktrichtertage weiterhin zu unterstützen. Vorausschauend teilten Andreas Pietzsch und Max Hohenwarter mit, sie wollen sich in Zukunft wieder verstärkt dem Schauspiel zuwenden. Die Organisation soll dann aber in jüngere Hände gelegt werden. pnp11.07.2014

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