Krankenhaus Waldkirchen

Bis an den Rande seiner Kräfte ging Pollak beim Erhalt seines Waldkirchner Krankenhauses. Über Wochen hinweg führte er Gespräch mit allen politischen Vertretern vor Ort, auf Landes-und Bundesebene. Er traf sich zu Gesprächen mit übergeordnete Stellen in Landshut, München, Regensburg und Passau. Der Bürgermeister nahm an Mitarbeiterversammlungen teil und organisierte eine Sonder-Nachtsitzung des Stadtrats mit mehr als 200 Teilnehmern. Höhepunkt seines medialen Protestes war der von ihm organisierte Demonstrationszug mit mehr als 5000 Teilnehmern.

Für ihn ist die Entscheidung über die Schliessung des Krankenhaues nach wie vor unverständlich, er arbeitet aber trotzdem aktiv zum Wohle Waldkirchens an der Nachnutzung des Hauses mit,

2016

PNP 27.07. Der erste Abschnitt des Nachnutzungskonzeptes für das Krankenhaus ist offiziell eröffnet: Hunderte Besucher aus Wirtschaft, Politik und Ärzteschaft sowie Freunde und Mitarbeiter fanden sich ein, um mit Dr. Heidi Massinger-Biebl die Einweihung der neu geschaffenen onkologischen Tagesklinik des "Onko-Team Bayerwald" zu feiern.

 

Nachdem Stadtpfarrer Bruno Pöppel und Diakonin Regina Reymann der Einrichtung den kirchlichen Segen gaben, beglückwünschte Landrats Sebastian Gruber Dr. Heidi Massinger-Biebl zu ihrer Hartnäckigkeit. Sie habe den Grundstein für das neue Gesundheitszentrum in Waldkirchen gelegt. Sie habe mit der Eröffnung der "sehr farbenfroh und einladend wirkenden" onkologischen Tagesklinik den ersten Schritt getan, dem nun weitere folgen müssen.

"Wir freuen uns, wenn die neuen Räumlichkeiten mit Leben gefüllt werden, hoffen auf zahlreiche interessierte Besucher und sind stolz, diesen Zugewinn für unsere Region allen Interessierten präsentieren zu können", so Kliniken-Geschäftsführer Helmut Denk. Triebfeder für diese Einrichtung war Dr. Heidi Massinger-Biebl, der er ganz besonders für ihren Einsatz Dank aussprach.

Mit im Team sind auch die Ärzte der Urologie Bayerwald, Dr. Haider, Dr. Esser und Dr. Kiewitz, sowie die Fachärzte der für Innere Medizin, Onkologie und Hämatologie Dr. Christoph Schicht und Günter Lenk. Alle zusammen sorgen für eine Rundumversorgung in diesem komplexen Aufgabenbereich der Onkologie.

Auch für Bürgermeister Heinz Pollak war die Zusammenkunft ein außerordentlich erfreulicher Anlass. "Die Ursache freilich gefällt uns Waldkirchnern und vielen Personen aus der Region auch nach eineinhalb Jahren Kenntnis der künftigen Ausrichtung der akutstationären Versorgung innerhalb der Kliniken am Goldenen Steig nicht, bedeutet es doch die Aufgabe des Krankenhauses Waldkirchen in seiner bisherigen – wie ich meine − sehr erfolgreichen Form." Da an dieser Gegebenheit nicht mehr gerüttelt werden könne," müssen wir das Beste daraus machen", betonte er.

Pollak: "Umso wichtiger ist es, dass die vom Kreistag beschlossene Nachnutzung des Hauses auch gelingt. Ich freue mich daher sehr, dass mit der Eröffnung der onkologischen Tagesklinik jetzt auch für alle sichtbar dieser Prozess in Fahrt kommt."

Ein Signal für weitere ambitionierte Mediziner Gleichzeitig hoffe er, dass damit auch ein Signal gegeben wird für weitere ambitionierte Mediziner und im Gesundheitswesen tätige Personen, die Neuausrichtung des Hauses zum Gesundheitszentrum Waldkirchen mitzugestalten.

Pollaks Dank galt ebenso Dr. Heidi Massinger-Biebl, die sich von Anfang an stark gemacht hat für diese Einrichtung. Abschließend versäumte er nicht, auch Landrat Sebastian Gruber, dem Geschäftsführer der Kliniken am Goldenen Steig, Helmut Denk, sowie dem Krankenhausdirektor Christian Hofbauer für ihren Einsatz zum Gelingen dieses "ersten Schrittes hin zu einer guten Gesamtlösun" zu danken.

2015

PAWO vom 11.06.2015:

Gutachten stellt das Waldkirchener Krankenhaus in Frage. Bürgermeister Pollak geht auf die Barrikaden.
 

Schwerer Schlag für die Stadt Waldkirchen: Heute Vormittag, 11. Juni, wurde das lang erwartete Struktur-Gutachten zur Zukunft der drei Krankenhäuser der „Kliniken am Goldenen Steig gGmbH" im Landkreis Freyung-Grafenau vorgestellt. Darin wird empfohlen, dass Krankenhaus Waldkirchen aufzulösen. Für Bürgermeister Heinz Pollak ein Unding – er geht auf die Barrikaden. Und mit ihm ganz Waldkirchen. Die Empörung ist groß – der Kampf um den Erhalt des Krankenhauses beginnt.

 

In einer Pressemeitteilung schreibt Bürgermeister Pollak:

Das Waldkirchner Krankenhaus hat sich über die 60 Jahre seines Bestehens am jetzigen Standort einen hervorragenden Ruf nicht nur bei der Waldkirchner Bevölkerung, sondern in der gesamten Region erworben. Nicht nur der südliche Landkreis Freyung-Grafenau, sondern auch der nördliche Landkreis Passau profitiert vom Krankenhausstandort Waldkirchen. Beste medizinische Betreuung nahe bei den Menschen, diese Kombination hat dazu geführt, dass beispielsweise im letzten Jahr das Waldkirchner Krankenhaus von 4.331 Patienten stationär und von 4.885 Patienten ambulant in Anspruch genommen wurde. Brandaktuell wird dem Krankenhaus Waldkirchen beispielsweise schriftlich attestiert, dass es als zertifiziertes Endoprothetikzentrum höchste Standards im Bereich Gelenkersatz gewährleistet. Das Krankenhaus genügt im Übrigen auch in allen anderen Leistungsbereichen höchsten Ansprüchen.

Wenn jetzt das Krankenhaus Waldkirchen in Frage gestellt wird, dann wird schnelle, kompetente und jederzeit präsente Versorgung für die Bevölkerung in Frage gestellt. Dagegen werden wir uns in Waldkirchen mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zur Wehr setzen. Am Bestand des Waldkirchner Krankenhauses innerhalb der Kliniken des Landkreises darf nicht gerüttelt werden. Da lassen wir uns nicht beugen! Das Wohl der Bevölkerung muss Vorrang vor wirtschaftlichen Überlegungen haben!


Bereits heute Abend wird der Stadtrat zu einer öffentlichen Versammlung in das Waldkirchner Rathaus geladen, um die Schritte zu überlegen, die gegangen werden müssen, um den Bestand des Waldkirchner Krankenhauses zu sichern.

 

Interview mit dem hogn:

Ja! Waldkirchen und sein Umfeld haben bewiesen, dass sie eine starke Einheit sind. 5.000 Demonstranten auf den Straßen, 23.085 gesammelte Unterschriften – der südliche Landkreis Freyung-Grafenau spricht sich klar und deutlich für den Erhalt Waldkirchens als Standort für ein Akut-Krankenhaus aus. Man will sich nicht so leicht geschlagen geben. Das wird auch im Hog’n-Interview mit Bürgermeister Heinz Pollak deutlich. Nach zwei anstrengenden Wochen, verbunden mit viel organisatorischer Arbeit und zahlreichen Gesprächen, will das Stadt-Oberhaupt weiterkämpfen. Der 39-Jährige spricht über die Nachnutzung der Waldkirchener Krankenhaus-Flächen und über sein Verhältnis zu Landrat Sebastian Gruber. Man merkt dem FW-Politiker während des Gesprächs an, dass er nicht weiter Öl ins Feuer gießen möchte, seine Aussagen wohlüberlegt und mit meist „angezogener Handbremse“ wiedergibt.

asdasd

Waldkirchens Bürgermeister Heinz Pollak will sich weiterhin mit aller Macht dafür einsetzen, dass der Waldkirchener Standort als Akut-Krankenhaus doch noch erhalten bleibt.

Herr Pollak, bitte verstehen Sie uns nicht falsch, aber: Für Sie persönlich war die Krankenhaus-Debatte ja ein richtiger Glücksfall, oder?

Ich würde so etwas nicht als Glücksfall bezeichnen. Für uns war es vielmehr eine sehr anstrengende und intensive Zeit.

Sie haben mit der Demonstration und der Unterschriftensammlung viele Pluspunkte bei Ihren Bürgern gesammelt – Sie sind als Bürgermeister gefestigter und beliebter denn je.

Ich glaube nicht, dass allein das Krankenhaus-Thema dafür gesorgt hat. Es gibt viele andere Dinge, die wir im vergangenen Jahr gemeinsam durchgestanden haben, wie etwa den Polizeiabbau, den Kampf um den Erhalt der Grundschule Karlsbach, Abwendung von Rückforderungen aus der Landesgartenschau und so weiter. Zudem haben wir viele Dinge initiiert, die innerhalb der Bevölkerung positiv gesehen werden – wie zum Beispiel das Bürgerfestival. Klar ist aber auch: Mit der Demonstration und der Unterschriftensammlung ist das Wir-Gefühl innerhalb der Waldkirchener Bevölkerung deutlich gestärkt worden.

„Bisher sind wir bei den Planungen nicht eingebunden“

Ist für Sie eine Schließung der Akut-Versorgung in Waldkirchen bereits beschlossene Sache?

Die Diskussion ist abgeschlossen, das Konzept der Nachnutzung noch nicht. Und darauf warten wir. Bisher sind wir nämlich bei den Planungen, was den Waldkirchener Standort betrifft, noch nicht eingebunden.

Sie sprechen immer wieder von „Schließung“, obwohl weder die Landkreis-Verwaltung noch Landrat Gruber jemals dieses Wort in den Mund genommen haben.

Dann haben Sie sich das BKPV-Gutachten nicht durchgelesen. Dort wird auf der letzten Seite beschrieben, dass das einzige Ergebnis der Untersuchung nur sein kann, das Krankenhaus Waldkirchen zu schließen. Freilich, bei den Auszügen des Berichts wird der Begriff ‚Schließung‘ nicht verwendet – aber im Gesamt-Gutachten kommt es vor.

Landrat Gruber hat dennoch nie das Wort „Schließung“ verwendet.

Zumindest nicht in der Öffentlichkeit.

asdasd

Heinz Pollak kritisiert: „Es war nie die Rede davon, dass man nur die Krankenhäuser untersucht.“

Wie würden Sie Ihr Verhältnis zu ihm nach den vergangenen Wochen beschreiben?

Es ist immer so, dass derjenige, der für die Botschaft gerade stehen muss, also in diesem Falle der Landrat, etwas kritisch beäugt wird. Ich habe im Kreisrat immer wieder darauf hingewiesen, dass wir ein Haushalts-Konsolidierungskonzept beschlossen haben, das wir beachten müssen. Darin ist vorgeschrieben, dass sämtliche Landkreis-Einrichtungen auf ihre Wirtschaftlichkeit und Sinnhaftigkeit überprüft werden sollen. Es war nie die Rede davon, dass man nur die Krankenhäuser untersucht. Man kann nicht von irgendeinem Auszug eines Gutachtens zu einem Ergebnis kommen. Wenn, dann muss man die Gesamtbetrachtung – dazu zählen sämtliche Landkreis-Einrichtungen – prüfen, erst dann kann man zu einem Entschluss hinsichtlich der Krankenhäuser kommen.

Mein Verhältnis zu Sebastian Gruber ist nicht besser oder schlechter als zuvor.

Apropos Gesamtkonzept: Haben Sie in dieser Hinsicht Befürchtungen, dass Waldkirchen neben dem Krankenhaus noch weitere Einrichtungen verlieren könnte?

Natürlich hat man immer dahingehende Befürchtungen. Ich denke aber, dass man von Seiten der Landkreis-Verwaltung zur Kenntniss nimmt, dass sich die Waldkirchener auf die Hinterfüße stellen, wenn es darum geht, solche Einrichtungen zu verlieren.

„Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass 2017…“

5.000 Demonstranten und 23.085 Unterschriften belegen Ihre Aussage eindrucksvoll. „Das ist freilich eine starke Stimme. Mit den Unterschriften soll uns signalisiert werden, dass sehr viele Bürger hinter dem Krankenhaus in der jetzigen Form stehen. Sie haben aber keine rechtlichen Auswirkungen“, sagte Gruber kürzlich im Hog’n-Interview. Enttäuscht?

Es ist traurig, dass der Landrat auf sowas keine Rücksicht nimmt. Mir war und ist es wichtig, dass die Bürger aufstehen, wenn ihnen etwas nicht passt – und nicht alles hinnehmen.

Kliniken-Geschäftsführer Helmut Denk sagte im Interview: „Mit Polemik werden auf dem Rücken der Mitarbeiter Ängste geschürt, die es eigentlich gar nicht gibt. Sowas ist einfach nicht notwendig. Ich finde es sehr schade und teilweise auch verantwortungslos.“ Ihre Meinung dazu, Herr Pollak?

Das ist die Aussage des Geschäftsführers der Kliniken gGmbH, der diese wohl auch so nach außen hin vertreten muss. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir über kurz oder lang nicht um einen Arbeitsplatzabbau herumkommen werden – auch, wenn derzeit keine betriebswirtschaftlichen Kündigungen notwendig sind. Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass in zwei oder drei Jahren, also 2017 beziehungsweise 18, die Kliniken gGmbH weniger Mitarbeiter hat.

asdasd

„Ich schüre da keine Ängste. Während der Kreistagssitzung habe ich beim Landrat zweimal nachgefragt, ob jeder Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz behält. Zweimal wurde diese Frage bejaht.“

Ich schüre da keine Ängste. Während der Kreistagssitzung habe ich beim Landrat zweimal nachgefragt, ob jeder Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz behält. Zweimal wurde diese Frage bejaht. Wir befinden uns in einem strukturschwachen Landkreis, der ohnehin nur sehr wenige Arbeitsplätze bieten kann. Deshalb muss man um jede Stelle kämpfen – egal ob in Freyung, Waldkirchen oder Grafenau.

Wie sehr nervt Sie diese Krankenhaus-Geschichte mittlerweile?

Das ist einfach mein Job und mich nerven vielen Themen – am allermeisten aber die Vorgehensweisen bei der Krankenhaus-Debatte. Die Geschwindigkeit, die man hier an den Tag legt, ist schon erstaunlich. Innerhalb nur weniger Tage sollen die ehrenamtlichen Kreisräte über Dinge entscheiden, die über Jahre fest zementiert sein werden. Erstaunlich ist auch, wie lange sich die Landkreis-Verwaltung Zeit gelassen hat, das Gutachten der Öffentlichkeit vorzustellen.

Wie intensiv war die Zeit zwischen Bekanntmachung und Kreistagssitzung für Sie?

Freilich nimmt man solche Themen auch mit nach Hause – auch wenn ich in dieser Zeit vor Mitternacht nicht Feierabend gemacht habe und auch morgens wieder auf der Matte stand. Ich hatte wenig Schlaf. Es war relativ viel zu organisieren – sei es in Sachen Demonstration, Unterschriften, Briefe an die Kreisräte, Vorbereitung der Sitzung, Fraktionsführersitzungen und Gespräche mit Kreisräten. Und nebenbei hat ein Bürgermeister auch noch andere Dinge zu erledigen wie das Krankenhaus-Thema.

„Ich persönlich habe versucht, sachlich zu bleiben“

Was glauben Sie: Welche Rolle nehmen in dieser Debatte die Medien ein?

Es gibt Medien, die gut berichtet haben und Medien, die schlecht berichtet haben. Mir geht’s darum, dass ausgewogen berichtet wird. Es kann nicht sein, dass auf zwei, drei Tageszeitungsblättern die eine Seite Gehör findet – und die andere Seite nur einen kleinen Absatz bekommt.

Vor allem bei Facebook wurden hitzige Diskussionen geführt. Ging es da Ihrer Meinung nach ab und an auch unter die Gürtellinie – auch gegen Landrat Gruber?

Ich persönlich habe versucht, sachlich zu bleiben – und habe solche Äußerungen weder kommentiert noch unterstützt. Wir leben in einem Land mit freier Meinungsäußerung – und ob ich diese gut finde oder nicht, ist nebensächlich.

Tatsächlich?

Ja. Denn wenn ich niemanden dazu auffordere, sowas zu schreiben, ist es eine Angelegenheit des Kommentators. Im Internet ist es schwierig, Sachen zu unterbinden. Und gerade in den vergangenen Tagen hatte ich nur wenig Zeit, veröffentlichte Kommentare auch zu überprüfen.

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„Mein Verhältnis zu Sebastian Gruber ist nicht besser oder schlechter als zuvor.“

Nach der Kreistagssitzung hat Landrat Gruber eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die sich mit der Nachnutzung für das Waldkirchener Krankenhaus beschäftigen soll – auch Sie sind Mitglied. Was erwartet Sie sich von dieser Gruppe? Glauben Sie an ein Mitsprache-Recht? Oder gibt es diese Gruppe nur, um die Waldkirchener zu besänftigen?

Terminlich bedingt war ich leider beim ersten Treffen nicht dabei. Ich bin gespannt, welche Ideen die Kliniken-Leitung und die Landkreis-Verwaltung vorstellen werden. Ich habe bereits meine Vorstellung eines Konzepts an den Landrat gegeben – und wir werden darüber diskutieren. Außerdem ist freilich die Stimme der Ärzteschaft wichtig. Dann muss man versuchen, einen gemeinsamen Kompromiss zu finden.

Welche Atmosphäre erwarten Sie bei diesen Treffen?

Das hängt von den einzelnen Vorschlägen ab.

„Mieter sind wirtschaftlich nicht sinnvoll“

Welche Waldkirchener Wunschvorstellung haben Sie hinsichtlich der künftigen Nutzung?

Ich glaube nicht, dass die Akut-Versorgung vom Tisch ist. Ganz im Gegenteil. Will man eine Palliativstation betreiben, braucht man eine Akut-Versorgung im selben Haus. Siedeln sich im Facharztzentrum Chirurgen an, die vielleicht auch vor Ort operieren, bleibt eine gewisse Akut-Versorgung bestehen.

Wir wissen auch nicht, ob eine geriatrische Klinik oder ein Zentrum entstehen soll. Spricht man von einer Klinik, geht man von einer medizinischen Versorgung älterer Leute aus. Ein Zentrum hingegen kann genauso gut ein Altenheim sein. Insofern ist noch vieles offen.

Bürgermeister Heinz Pollak Waldkirchen (5)

„Spricht man von einer Klinik, geht man von einer medizinischen Versorgung älterer Leute aus. Ein Zentrum hingegen kann genauso gut ein Altenheim sein.“

Es ist die Rede davon, dass eventuell ein Teil in Landkreis-Hand bleibt und die anderen Bereiche von Fachärzten angemietet werden können. Ist Ihnen das Konzept bekannt?

Nein.

Was halten Sie von diesem Vorschlag?

Auch dazu gibt es ja im Gutachten eine Einschätzung. Bei einer Weitervermietung muss man die Einnahmen zum Großteil abgeben. Das heißt, eine Vermietung wird sich laut Gutachter negativ auf das Jahresergebnis der Kliniken gGmbH auswirken. Deshalb ist es wohl nicht wirtschaftlich sinnvoll, wenn nur Fachärzte als Mieter ins Gebäude kommen.

Geht es bei all den Überlegungen Ihrer Meinung nach nur ums Betriebswirtschaftliche, oder spielt auch das „Medizinisch-Menschliche“ eine Rolle?

Es geht nur um das Geld.

Abschließende Frage: Inwieweit wirkt sich das Krankenhaus-Thema auf die Zerrissenheit des Landkreises, auf das Kirchturmdenken innerhalb von Freyung-Grafenau aus?

Es ist ja nicht so, dass nur Waldkirchen sauer ist. Vielmehr ist der komplette südliche Landkreis betroffen, denn auch Jandelsbrunn, Neureichenau, Haidmühle und auch Teile Röhrnbachs sind an einem Krankenhaus in Waldkirchen interessiert. Der Landkreis ist nich zerrissener als vorher!

Vielen Dank für das Interview.

Interview: Helmut Weigerstorfer und Stephan Hörhammer

Mehr zum Thema:

 

 

Unser Radio vom 17.06.2015:

Bürgermeister Pollak: Krankenhaus Waldkirchen ist unverzichtbar

Bürgermeister Pollak hat im Streit um die geplante Schließung des Krankenhauses Waldkirchen nochmal nachgelegt.

 

 

Pollak kann es nicht nachvollziehen, warum der Landkreis das Krankenhaus entgegen einem Beschluss von 2012 nun doch schließen will. Gegenüber unserRadio sagt er, dass nicht nur die 200 Arbeitsplätze durch die Schließung wegfallen, sondern auch der Einzelhandel und die Zulieferer von der Schließung hart getroffen werden würden. Ebenfalls sei eine medizinische Notversorgung für die angrenzenden Gemeinden unverzichtbar, so Bürgermeister Pollak. Am kommenden Sonntag wollen Bürger von Waldkirchen und Umgebung gegen die Krankenhaus-Schließung auf die Straße gehen

PNP vom 22.06.2015:

Der große Druck aus Waldkirchen führte zu Diplomatie, und die zur "Entspannung": Freyung-Grafenaus Landrat Sebastian Gruber ist kurz vor der Kreistagssitzung am Montag von seinem ursprünglichen Beschlussvorschlag abgerückt und hat gemeinsam mit den Sprechern aller Fraktionen einen Änderungsvorschlag formuliert, der dem Krankenhaus Waldkirchen wenn schon keine Zukunft als Krankenhaus, aber doch eine Zukunft geben soll. Eindrücke aus der Kreisstagssitzung finden Sie im Live-Ticker am Ende des Artikels.

Nach knapp viereinhalb Stunden Information und Diskussion - trotz der emotionsgeladenen Stimmung vor 420 Zuhörern im Saal in sachlichem Stil - hat der Kreistag mit 44 zu 15 Stimmen in namentlicher Abstimmung beschlossen, das Strukturgutachten des bayerischen Kommunalen Prüfungsverbandes zur Kenntnis zu nehmen und sich grundsätzlich für die darin empfohlene Neuausrichtung auszusprechen. Angestrebt wird eine Konzentration der akutstationären Versorgung auf die Krankenhausstandorte Freyung und Grafenau.

Allerdings: Endgültig will der Kreistag erst über die Herausnahme Waldkirchens aus dem Krankenhausbetrieb entscheiden, wenn ein Gesamtkonzept vorliegt, welches auch die künftige Nutzung des Standortes Waldkirchen umfasst. Und die soll − so ausdrücklich beschlossen − im Bereich Medizin und Pflege stattfinden.

Erst am Sonntag waren rund 5000 Demonstranten unter der Führung von Bürgermeister Heinz Pollak (UCW-FW) auf die Straße gegangen, um für einen Erhalt der Klinik zu kämpfen.

bayer. Rundfunk vom Juli 2015:

Arbeitsgruppe berät über weitere Nutzung

Wie geht es weiter mit dem Kreiskrankenhaus Waldkirchen? Die akut-stationäre Versorgung wird mit Sicherheit geschlossen, dennoch soll das Haus eine Zukunft haben. Aber welche? Darüber soll jetzt eine Arbeitsgruppe beraten.

Stand: 09.07.2015 |Bildnachweis

Krankenhaus Waldkirchen | Bild: Renate Rossberger / BR

Eingerichtet hat die Arbeitsgruppe der Landrat des Kreises Freyung-Grafenau, Sebastian Gruber (CSU). Sie besteht neben dem Landrat und einem Vertreter der Klinikleitung aus Verantwortlichen aus Waldkirchen, namentlich Bürgermeister Heinz Pollak (UCW), aus der stellvertretenden Landrätin Renate Cerny (FW) sowie der Ärztin Dr. Heidi Massinger-Biebl. Das Gremium soll in den kommenden Wochen eine Antwort auf die Frage finden, wie in Waldkirchen langfristig ein sinnvolles medizinisches und pflegerisches Angebot etabliert werden kann.

 

Haus soll in kommunaler Hand bleiben

Das Konzept soll dann die Basis für einen endgültigen Beschluss des Kreistags über die Zukunft der medizinischen Versorgung im Landkreis bilden. Landrat Gruber betonte, dass der Standort in kommunaler Hand verbleiben soll, also nicht an einen externen Dritten gehen soll. Im Gespräch waren zuletzt ein geriatrisches Zentrum, eine Facharztzentrum mit angemessener ambulanter Notfallversorgung oder eine onkologische Abteilung - gegebenenfalls in Verbindung mit einer hospizähnlichen Einrichtung.

 
Kampf ums Krankenhaus | Bild: Bayerischer Rundfunk

Demo gegen die Krankenhaus-Schließung

Gruber will aus finanziellen Gründen die Zahl der Krankenhäuser im Landkreis von drei auf zwei reduzieren und die Klinik in Waldkirchen schließen. Die akut-stationäre Versorgung soll dann auf die Standorte Freyung und Grafenau konzentriert werden. Die Pläne hatten in Waldkirchen allerdings heftige Proteste ausgelöst.

„Krankenhaus Waldkirchen muss erhalten bleiben“

Presse

MdL Bernhard Roos besuchte Waldkirchner Rathaus-Chef

Zu einem Arbeitsgespräch trafen sich SPD-Landtagsabgeordneter Bernhard Roos, Stadtrat Werner Eigenschenk, stv. Landrat a.D. Helmut Behringer und Bürgermeister Heinz Pollak im Rathaus Waldkirchen.

Pollak stellte seine Kommune vor und gab einen Einblick in verschiedene Problembereiche, für die er den Abgeordneten um Unterstützung bat.

Gerade im Bereich Sicherheit und Ordnung sei der Abzug von Polizeibeamten eine Katastrophe. „Ein Beamter der Polizeistation Waldkirchen betreut momentan 1000 Personen und es kann nicht sein, dass wir mit einem privaten Sicherheitsdienst für Ordnung sorgen“, gab Pollak zu bedenken.

Eine große Baustelle für die Kommune sei auch die nach 7 Jahren geforderte Nachzahlung von 170 000 Euro für die Landesgartenschau. Die Förderung wird der Kommune versagt, da sie Arbeiten selbst ausgeführt und nicht an Fremdfirmen vergeben hat. „Wir können schriftlich belegen, dass wir diesbezüglich bei der Regierung nachgefragt haben und die Zustimmung erhielten“, beteuerte Pollak.

Thema war auch der Kreisverkehr „Knotenpunkt Waldkirchen“, wo in Kürze mit Politik und Behörden ein Gespräch im Landtag ansteht.

Die dringende Sanierung der Berufsschule liegt Pollak besonders am Herzen, um den Standort und wichtige Arbeitsplätze zu sichern. Roos unterstrich den enormen Wirtschaftsfaktor der größten Schule im Landkreis und verwies auf die gewaltige Einsparung von Unterhaltskosten bei einer energetischen Sanierung.

Ebenso  dringlich machte der Bürgermeister den Neubau der Mittelschule.

Angesprochen wurde auch die notwendige Sanierung von 2 OP-Sälen im Krankenhaus Waldkirchen. „Da vorgeschriebene Standards nicht mehr erfüllt werden können, ist die Klinik ansonsten nicht mehr funktionsfähig“, so Pollak. Für den Landtagsabgeordneten steht außer Frage, dass die Einrichtung erhalten bleiben muss, da sie für die Bürger Sicherheit bedeutet und über den Landkreis hinaus benachbarte Kommunen, wie z.B. Hutthurm oder Hauzenberg große Nachteile hätten.

Erfreut zeigte sich Roos über die positive Gewerbesteuerentwicklung und den Einwohnerzuwachs von 350 Personen. Pollak gab aber zu bedenken, dass belastende Ausgaben gerade im Kanalbau noch ausstehen würden.

Defizit gebe es auch im Mobilfunkausbau, da in einigen Orten zu wenig Nutzer vorhanden sind und dadurch die Rentabilität für die Betreiber zu niedrig ist. Im Bereich Kommunikation verwies MdL Roos auf das neue Breitbandprogramm, dessen Entwicklung es noch abzuwarten gelte.

Der SPD-Politiker fordert selbst eine kleinteilige Wirtschaftsförderung: „Mit einem Regionalbudget sollen je nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit die Kommunen mehr bzw. weniger Unterstützung erfahren. Finanzierungen etwa im Handwerk sollen erleichtert und dadurch Projekte wie z.B. ein Regelbetrieb für die Ilztalbahn und vieles mehr möglich gemacht werden“.

Abschließend wünschte MdL Bernhard Roos dem Stadtoberhaupt bei den anstehenden Aufgaben stets eine gute Hand und sicherte ihm seine Unterstützung für seine wirtschaftlich attraktive und in reizvoller Natur gelegener Kommune zu.

„Wir müssen das Krankenhaus halten“
MdL Waschler bespricht mit Bürgermeister Pollak Anliegen der Stadt Waldkirchen
Bei einem kurzen, aber sehr intensiven Treffen, haben sich der Landtagsabgeordnete Prof. Dr. Waschler und Bürgermeister Heinz Pollak über die Sorgen und Nöte der Stadt Waldkirchen ausgetauscht.
MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler im Gespräch mit Waldkirchens Bürgermeister Heinz Pollak.
Waldkirchen - „Das Krankenhaus liegt uns allen sehr am Herzen – dabei geht es nicht nur um die medizini-sche Versorgung der Bürgerinnen und Bürger hier in Waldkirchen, auch die Menschen im nördlichen Landkreis Passau fallen in unser Einzugsgebiet und profitieren von dem Haus“, betont Heinz Pollak. Der Bürgermeister betont: „Wir müssen für den Erhalt kämpfen!“ Sorge bereite der Stadt außerdem der Zustand des ortsansässigen Altenheims. Die Einrich-tung aus den 70er Jahren, sei hinsichtlich der heutigen Standards alles andere als zeitgemäß. „Ein Neubau ist dringend erforderlich. Wir haben hier noch Zweibettzimmer, die sich außerdem oft mit je einem weiteren Zimmer ein Bad teilen müssen“, erklärt Pollak. Momen-tan warte man in dieser Angelegenheit auf eine Entscheidung. Hinsichtlich verkehrsinfrastruktureller Maßnahmen stehe nach wie vor der Knotenpunkt ent-lang der Waldkirchener Umgehungsstraße ganz oben auf der Agenda. Laut MdL Waschler habe die erst kürzlich abgehaltene Besichtigung mit Staatssekretär Gerhard Eck vor Ort ge-zeigt, dass der Umbau zu einem großen Kreisverkehr wohl nicht realisierbar sei: „Wir müssen hier beweglich bleiben und uns offen für gute und tatsächlich realisierbare Alternativen zeigen“, bittet der Abgeordnete um Entgegenkommen. „Ich bin für alle Varianten offen, die der Infrastruktur dienen“, signalisierte auch Bürgermeister Pollak seinen Standpunkt hier deutlich. Neben dem Verkehrsknotenpunkt an der Umgehung beschäftige die Stadt Waldkirchen au-ßerdem das Thema Straßenunterhalt: „Es steht eine enorme Rückforderung an Staatszu-schüssen im Raum, da nicht klar ist, ob die von uns gemeldeten Straßenkilometer auch rechtmäßig war“, erklärt Pollak. Die aktuell über 200 Kilometer an Gemeindestraßen seien möglicherweise schon vor Jahren falsch berechnet worden. Wichtig ist Bürgermeister Pollak auch, dass der Mobilfunkausbau, speziell in Böhmzwiesel, Ratzing, Karlsbach und Holzfreyung stärker vorangetrieben wird. MdL Waschler signalisierte in allen Punkten seine Unterstützung. „Ich bitte die entsprechen-den Unterlagen an mich weiterzuleiten. Dann werde ich die jeweiligen Anliegen in München vorbringen“, so der Abgeordnete abschließend. Der kurze Kommunikationsweg und schnelle Austausch liege ihm sehr am Herzen.

 

 

Hier gehts zur von Pollak initiierten Krankenhaus Demo: hier

 

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